Im Porzellangarten

Musik. Vorwärts immer, rückwärts manchmal: Das Frankfurter Duo Sensorama legt mit seinem dritten Album "Projektor" die bis dato eleganteste Kombination aus neuen wie alten Elektronikmustern und klassischen Songstrukturen vor.

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Am Anfang von Techno war die Geschichtslosigkeit. Als diese simpelste Ausprägung elektronisch erzeugter Tanzmusik Anfang der Neunziger in unseren Breiten aufkam, brüsteten sich nicht wenige Protagonisten damit, die Geschichte der Popmusik hinter sich zu lassen und, frei nach dem Motto "Zuerst kommt das Bumm!", von vorne anzufangen.

Eine kurze Zeit lang mag dies tatsächlich gestimmt haben. Was mit Slogans wie "Vorwärts immer, rückwärts nimmer" aber nur zu gerne übersehen wurde, waren die musikalischen Vorgeschichten der einzelnen Produzenten. Der Großteil von ihnen wurde mit Frühachtziger- oder sogar Siebziger-Pop groß, manche spielten zudem in Independent-Bands. Als nach dem ersten kreativen Rausch die Ernüchterung folgte, erinnerte man sich vielerorts dieser Wurzeln. Ein gutes Beispiel für solche Flirts mit Pop lieferten etwa Patrick Pulsinger und Erdem Tunakan als Sluts n Strings & 909 mit ihrem Album "Carrera", das bereits 1997 auf trashige Weise das derzeitige Achtziger-Revival


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