Ich wollt, ich wär ein Pferd

Musik. Der amerikanische Songwriter Mark Linkous alias Sparklehorse stößt auf seinem aktuellen Album auf neue Tiefen der Schwermut.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Zugegeben, es war von vornherein nicht die hedonistischste aller Partys, an jenem Abend in der Londoner Borderline. Jonny und Colin Greenwood von Radiohead legten die Platten auf, dies war also keineswegs Ibiza. Aber unter den Unmengen von Leuten, die sich den Eintritt zur Feier von Mark Linkous' lang erwarteter Rückkehr aus der selbst gewählten Isolation erkämpft hatten, war doch eine gewisse Euphorie zu spüren.

Seit Linkous und sein loses Bandprojekt Sparklehorse zum letzten Mal den Weg von der Wüstenei Virginias nach Europa gefunden hatten, waren immerhin bereits drei Herbste und Winter ins Land gezogen - die anderen beiden grellen Jahreszeiten zählen nämlich nicht viel in dessen düsterem, aber eigentümlich anziehendem Universum. Zumindest bringt es keinen Trost, wenn "die Sterne stets in den blutigen Fängen des Sommers hängen" ("Sea of Teeth"). Mark Linkous ist eindeutig kein Mensch, der sich morgens gern von den Sonnenstrahlen wachkitzeln lässt: "Ich schloss meine Augen


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