Amerikanisierung

Ausland. Ein drohendes Amtsenthebungsverfahren gegen den französischen Präsidenten erinnert an die Clinton-Affäre.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 28/01 vom 11.07.2001

Erinnert sich noch jemand an Whitewater? Das war der Name jenes Grundstücks in Arkansas, das nach Überzeugung der republikanischen Clinton-Jäger der ersten Stunde das Präsidentenehepaar via dunkler Immobilienspekulation zu reichen Leuten hätte machen sollen. Anders als bei den für amerikanische Politiker fast unvermeidlichen Verfahren wegen Übertretung der diversen Parteienfinanzierungsgesetze lautete der Kern des Vorwurfs damals, die Clintons hätten ihre Stellung zum eigenen materiellen Vorteil missbraucht. Die Whitewater-Ermittlungen verliefen im Sand, aber schon allein der begründete Verdacht der persönlichen Bereicherung reichte aus, um die moralische Stellung des Präsidenten so zu untergraben, dass der Weg zu allen weiteren Beschuldigungen bis hin zum Amtsenthebungsverfahren geöffnet war.

Jacques Chiracs Whitewater heißt Gondard. Das ist der Name jenes Reisebüros in Neuilly-sur-Seine bei Paris, das in den frühen Neunzigerjahren die aufwendige Reisetätigkeit des damaligen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige