"Tritte, Schläge, Ohrfeigen"

Gefängnisse. Das Anti-Folter-Komitee des Europarats übt in einem neuen Bericht scharfe Kritik an Österreichs Haftbedingungen. In Stein ist nun der fünfte Tote zu beklagen. Der Justizminister zeigt den "Falter" wegen "Verletzung der Persönlichkeits-rechte der Beamten" an.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 28/01 vom 11.07.2001

Der Häftling mit der Nummer 3852 war psychisch krank. Gerald H.litt an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung. Am 10. April wurde er in die Landesnervenklinik Mauer-Öhling überstellt. Am 22. Juni kam er nach Stein. Dort fanden ihn Beamte vergangenen Donnerstag nachmittag an einem Kabel erhängt vor. Zuvor hatten sie den Häftling in eine Einzelzelle gesteckt. Trotz massiver Kritik von Experten an der Praxis, psychisch Kranke isoliert unterzubringen.

Es ändert sich nichts in Stein. Beamte legen den Hörer auf, das Justizministerium zeigt den Falter nun beim Presserat an. Kritische Stimmen des Justizressorts bekommen Sprechverbot. Immerhin: Vergangenen Freitag hatte Böhmdorfer nach einer Krisensitzung ein Sozialarbeiterteam nach Stein geschickt. Psychisch Kranke würden nicht mehr aufgenommen, hieß es. Die übrigen Häftlinge bekämen mehr "Spaziergang im Freien", die Beamten bessere Schulung für den Umgang mit psychisch Labilen. Anstaltsleiter Johann Hadrbolec macht sich endlich


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