Ohren auf! X-Over at its best

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 28/01 vom 11.07.2001

Keine Sorge, die grausame musikalische Vermählung dicker Tenöre mit schwitzenden Rockbands wird hier auch künftig nicht gefeiert werden. Doch es gibt gelungene Beispiele für die gegenseitige Beeinflussung und Bereicherung unterschiedlicher Genres wie etwa der improvisierten und der komponierten Musik. So integrierten Komponisten wie Satie, Debussy oder Milhaud schon früh Elemente des damals gerade brandneuen und noch höchst exotischen Jazz in ihre transparenten Texturen, ihre raffinierte Rhythmik und ausgefallene Harmonik. Der Einsatz des Saxophons lag da nicht mehr fern, und so konnte Branford Marsalis mit dem Orpheus Chamber Orchestra auf "Creation" (Sony) eine gute Auswahl solcher Werke zusammenstellen. Natürlich beherrscht der Mann sein Instrument, vom erwarteten überraschenden Zugang eines Jazzmusikers zu komponierter Musik ist aber wenig zu hören. Im Gegenteil: Hochglanzsound und arg streicherselige Bearbeitungen lassen den Witz der Musik in Plänkelei und ihre verspielte


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