Sur le pont ...

Film. Gerard Depardieu versucht sich als Regisseur und in neuem Rollenfach. Beides geht schief.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 28/01 vom 11.07.2001

Der Vater sitzt im Cafe beim Kartenspielen, die Mutter mit ihrem Sohn im Kino. Man zeigt "Jules und Jim", einen Film von Francois Truffaut. "Na und?", fragt Mina, die ihn schon das zweite Mal gesehen hat. "Na ja", antwortet Tommy und schaut verlegen rüber zu Lisbeth, der Nachbarstochter. Dann schickt die Mutter den Sohn ins Cafe, um Georges abzuholen. Das Jahr ist 1962. Und im Übrigen halt genau so, wie man sich das Jahr 1962 in der französischen Provinz immer vorgestellt hat.

Der Film heißt "Die Brücke von Ambreville", der einzige Grund, ihn sich anzuschauen, Gerard Depardieu. Wobei man sich fragt, was den Schauspieler dazu bewogen hat, sich gut 15 Jahre nach seinem "Tartuffe" erneut auch hinter der Kamera zu versuchen. Die literarische Qualität von Alain Leblancs Bestseller "Un pont entre deux rives" etwa dürfte hierbei kaum ernsthaft in Betracht gezogen werden. Denkbar hingegen wäre, dass selbst Depardieu mittlerweile von "Depardieu" genug hat und mit der Rolle des Georges eine


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