Nüchtern betrachtet: Alle Welt schenkt mir Schnaps (weiter so)

Kultur | aus FALTER 28/01 vom 11.07.2001

Als Kolumnist muss man ja immer Obacht geben, aufs Fernsehen und den Nasdaq aufpassen, schauen, was so läuft. Weil ich auch noch anderes zu tun habe - Arbeiten, Familie, Sozialkontakte, Schnäppchenjagd -, habe ich aber oft nicht so viel Zeit dafür. Deswegen lese ich gerne andere Kolumnisten. Elfriede Hammerl zum Beispiel bekommt "T-Shirts mit dem Aufdruck ,Frauen sind besser'" oder "Adressbücher, auf deren Cover ,Männer sind Schweine' steht", geschenkt. Interessant. Ist mir noch nie passiert. Würde man mir ein solches T-Shirt schenken, ich würde vielleicht ein ratlos-verlegenes "ja, eh" hervorwürgen, mich bedanken und das nächste Geschenk auspacken. Nicht so Elfriede Hammerl. Sie schreibt eine Kolumne darüber, dass wir ihr Blumen, Wein oder Bonbons, aber keine feministischen Bücher schenken sollen, denn mit denen kenne sie sich "besser aus als ihr". Das ist, was mich anbelangt, ziemlich wahrscheinlich. Ich habe Elfriede Hammerl allerdings überhaupt noch nie etwas geschenkt.


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