Stadtrand: Kicken und kacken

Stadtleben | aus FALTER 28/01 vom 11.07.2001

In Südamerika weiß man es schon lange: Straßenkick fördert die Dichte an Nachwuchs-Raouls.

Auch Wien hat das - stets in Sorge um den heimischen Fußball - nun endlich erkannt. Am Margaretengürtel finden die Polsters und Savicevics von morgen seit einigen Monaten ideale Trainingsbedingungen vor. Gespielt wird dort allerdings nicht auf der Straße (eher nachwuchsschädigend), sondern am Mittelstreifen dazwischen - zwecks Authentizität ebenfalls auf Beton. Ein Kick auf hartem Pflaster hat ja an sich seine guten Seiten: Er fördert schnelles Spiel und erfordert gutes Dribbling. Nach Fouls lernen die Kids, auch mit blutigen Knien Tore zu machen. Nur: Eine Championsleague im Betonfußball ist in naher Zukunft eher unwahrscheinlich. Und gleich neben den Asphaltplätzen am Gürtel gäbe es massig saftiges Grün. Das ist allerdings Hunden und ihren Herrchen vorbehalten, die in Hundezonen dazu angehalten werden sollen, nicht die übrigen - freien - Rasenflächen zu bestuhlen. Was aber, wenn diese Zonen flächendeckend kontaminiert sind? Gras drüber wachsen lassen? Andererseits: Man stelle sich betonierte Hundezonen vor. Vermutlich ist Hartplatzkicken insofern keine schlechte Idee. Auf Beton sieht man wenigstens, wohin man fällt. Wie machen das in Südamerika eigentlich die Hunde? T.P.


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