Vor 20 Jahren im Falter

... berichteten wir unter dem Titel "Panzerexporte - der österreichische Weg" über die Auseinandersetzungen bei den Steyr-Werken in Simmering.

Vorwort | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Sechzig Leute gegen 57 Panzer war die Bilanz am 23. Juni vor den Toren der Steyr-Werke in Simmering. Weder ein auf die Geleise gestelltes Auto noch ein Transparent mit der Aufschrift "Waffenexport ist Mord" konnte den Abtransport der Kürassiere Richtung Saloniki und dann weiter nach Argentinien verhindern.

Nur, die Steyr-Arbeiter reagierten. Erschreckend war die Härte dieser Reaktion. Es schien, als ob die Werksarbeiter ausschließlich Malzachers Interessen vertraten, als sie mit Fäusten versuchten, das Häufchen von Demonstranten aus dem Weg zu räumen. Da half auch eines der Hauptargumente der Waffenexportgegner, dass nämlich die Panzer auch gegen argentinische Arbeiter gerichtet werden könnten, nichts.

Amnesty international verwies in einem offenen Brief an die Bundesregierung auf die Tatsache, dass in den letzten fünf Jahren rund 15.000 Menschen in Argentinien inhaftiert, getötet oder verschwunden seien. Weiters hätte Österreich in vielen Fällen argentinischen Gefangenen und Gefolterten Hilfe geleistet, "umso betrüblicher scheint es daher, dass die Unterdrückungsmechanismen durch die Lieferung von Panzern unterstützt werden".

Der Kommentar von Vizekanzler Sinowatz verdeutlicht wohl am ehesten die Haltung der österreichischen Bundesregierung. Er respektiere wohl die Haltung derer, die den Waffenexport aus moralischen Gründen verhindern wollen, die Regierung habe aber Gesetze zu vollziehen, und es ist nicht immer möglich, "auf der Sonnenseite" zu regieren.


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