Wotan-Syndrom

Essay. Der ORF als Identitätsspender und als gestörte Identität.

Medien | Franz Schuh | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Identität ist nicht etwas, das man hat oder nicht hat, Identität ist ein Konzept. Wenn man dieses Konzept akzeptiert, dann denkt und lebt man gleichsam danach, selbst wenn man das Nicht-Identische oder gar die Flexibilität zum Gott erklärt. Aber dieses Konzept ist nicht eindeutig, jedenfalls nicht dermaßen wie das Wort "Identität" es beschwört. These eins: Wer auf Identität besteht, handelt sich bestimmte Widersprüche ein, die er mit bestimmten Strategien (ich nenne diese StrategienIdentitätspolitiken) verschleiern möchte. Diese Widersprüche kann man formalisieren, nicht selten nämlich kommen sie als double binds, als Doppelbindungen, zur Wirkung.

Ich behaupte - These zwei - dass es zwar überall auf der Welt Doppelbindungen gibt, dass aber in meinem Land diese Doppelbindungen wegen der Funktionen, die der Staat übernehmen muss, einen politischen Charakter haben, und zwar stärker als anderswo.Berühmt ist die von Robert Menasse festgehaltene (und nun auch schon wieder überholte)


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