Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Manche Menschen trifft das Schicksal unverdient hart. Die dürfen dann entweder mit Barbara "Nächstenliebe" Stöckl über ihr hartes Los plaudern oder sie bekommen eine peinliche Sommer-TV-Show: Wie ORF-Moderatoren-Urgestein Peter Rapp, der jetzt "Rapparazzi", einen billigen Zusammenschnitt von alten "Versteckte Kamera"-Shows moderieren muss. Was haben ihm die Unterhaltungsmenschen am Küniglberg nur angetan - zuerst nehmen sie ihm sein "Hoppala" und "Champion" weg und ersetzen den Mann mit dem Klobrillenbart durch den zweiten Aufguss einer orangen Reality-Soap, die außer einer Minderheit von bemitleidenswerten pubertierenden jungen Menschen keine Sau mehr sehen wollte. Rapp, Liebling aller Omas, darf seinen Schmäh jetzt nur mehr in einem kleinen popeligen Studio mit Plastikpalme und Pastell-Beleuchtung ausleben. Ohne Publikum, ohne Krawatte, dafür mit Porzellan-Hund - dem einzigen Zuseher - macht er zwischen den angejahrten Beiträgen halblustige Witzchen, auch über seine Spielsucht und seine Schulden: Wegen diesen muss sich der müde alte Mann wahrscheinlich auch so verheizen lassen.


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