Weils wahr ist!

Theater. Im Reality-Theater des Jeremy Weller erzählen Obdachlose, Kriminelle oder Soldaten aus ihrem Leben. Derzeit bringt der britische Regisseur Wiener Schauspielschüler dazu, sich selbst zu spielen.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, Schauspieler werden zu wollen? Gute Frage. Bei Eva Maria, zum Beispiel, wars die Liebe zum Musical und der Wunsch, irgendwann genauso berühmt zu werden wie die von ihr angehimmelten Stars. "Ich möchte bei anderen einmal das auslösen, was ich fühle, wenn ich aus einem Musical komme!", schwärmt die junge Schauspielschülerin einen Kollegen an, der so viel Naivität einfach nicht fassen kann. "Hast du dich schon einmal in die jungen Soldaten hineingefühlt, die an die Front fahren?" erwidert er. "Das sind Realitäten! Das Echte ist es, was uns auf der Bühne interessiert!"

Nichts von dem, was hier gesagt wird, ist erfunden - Schauspielschüler reden wirklich so! -, und doch handelt es sich um einen Bühnendialog: Wir befinden uns mitten in den Proben für ein Stück namens "Play", das der englische Regisseur Jeremy Weller mit Studierenden der "Schule des Theaters" in der Wiener Sargfabrik gerade einstudiert. Der in Edinburgh lebende Weller hat sich


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