Schlagobers on the Roof

Stadtessay. Vom Flugdach zum Ausflug: Wie Architekturstudenten - im Unterschied zu Hans Hollein - ein kompromisslos zeitgemäßes Werk geschaffen haben.

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Trauriger Nachtrag: Dem News/Generali-Turm von Hans Hollein wurden neulich zwei weitere Bestandteile hinzugefügt, das Meisterbauwerk damit vollendet. Die beiden Hinzufügungen beeinträchtigen den architektonischen Eindruck dieses ansonst vortrefflichen Bauwerkes beträchlich. Auf den seitlichen Pylon wurde ein Alu-Markuslöwe als Generali-Firmenzeichen derart kunstwollend gesetzt, dass man das für Werbezwecke entwendete Wahrzeichen Venedigs für ein Stück missratener Kunst am Bau halten könnte. Nicht so schlimm. Wirklich arg ist der rokokohaft geformte Dachpavillon mit seinem zoomorph gekrümmten Flugdach. Diese Krönung ist derart überflüssig, dass man wieder einmal feststellen muss: Selbst die allerbeste Moderne von Hollein gerät im allerletzten Augenblick zur Moderne mit Schlagobers.

Schornsteine, riesige Fabrikhallen, hohe Kühltürme, lange Brücken und Bürohochhäuser fliegen in die Luft, gelegentlich auch Wohnhäuser und jede Baumassenmengen von Kriegsruinen, unter anderen


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