Auf allen Stühlen

Musik. Der umtriebige Pianist Hannes Löschel liebt es, in unterschiedlichsten Kontexten zu arbeiten, hasst Panflöten und hat dem Solo den Kampf angesagt.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Zuallererst einmal entschuldigt sich Hannes Löschel: Er wisse schon, es sei nachgerade unzumutbar viel. Aber das sei dann ohnedies für längere Zeit alles. Mit viel sind die insgesamt sieben CDs gemeint, die der Pianist im heurigen Jahr auf seinem neu gegründeten Label loewenhertz herausgebracht hat: die bereits vor fünf Jahren erschienene Studio-CD "While You Wait" des Trios Löschel/Skrepek/Zrost sowie Livemitschnitte der letzten drei Jahre.

Wer sich die Orte vergegenwärtigt, an denen die Konzerte stattfanden, erfährt mehr über Musik und Herangehensweise Löschels als auf einer halben Seite Programm-Prosa: Schubertsaal des Wiener Konzerthauses, Radiokulturhaus, rhiz und Miles Smiles. Der 37-jährige Ur-Wiener will sich nicht zwischen, sondern eher auf alle Stühle setzen. Und obgleich er Wien in dieser Hinsicht für viel offener und durchlässiger hält als Paris oder New York, geht ihm wenig so auf die Nerven wie gegeneinander abgeschottete Szenen, die im eigenen Saft schmoren.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige