Rhythmus ohne Blues

Musik. Aaliyah zählt zu den jungen Superstars des gegenwärtigen US-R&B. Ihr neues Album untermauert das eindrucksvoll.

Gerhard Stöger | Kultur | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Nachschlagewerke der Popmusik zeichneten sich ein Vierteljahrhundert lang durch dieselbe inhaltliche Klammer aus: "Von Abba bis ZZ Top". Den Hardrock-Rauschebärten wird die rückwärtige Poleposition so schnell niemand streitig machen; die Schwedenpopper jedoch rangieren künftig auf Platz zwei - hinter der amerikanischen R&B-Sängerin Aaliyah. Ihr Name ist dabei nicht nur dem strategischen Kalkül verpflichtet, in Popkompendien und Plattenläden immer an vorderster Stelle gereiht zu werden. Die 21-Jährige erklärt gleichermaßen schlicht wie unbescheiden: "Aaliyah bedeutet ,the highest, most exalted one, the best'." Ganz falsch kann diese Einschätzung nicht sein, spielt Aaliyah doch schon seit Jahren in der obersten Liga des US-R&B mit.

Dass dieses Genre mit seinem historischen Vorläufer, dem Rhythm 'n' Blues, nur noch den Namen gemein hat, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Der moderne R&B lässt in seiner slicken Coolness zumindest auf der Ebene des Sounds vom rohen Blues

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