Pop aus dem Schuldturm

Musik. Neid, Verbitterung und Ethik: Mit ihrem zweiten Album will die Beta Band nun auch außermusikalisch alles richtig machen.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Eine schreckliche Wahrheit: Neid und Verbitterung sind der oft verleugnete inspirative Geheimantrieb guter Popmusik. Nicht so allerdings bei der Beta Band, die ihre Verbitterung vor sich herträgt wie eine Trophäe ihrer geschundenen Pop-Existenz: "Wir verkaufen überhaupt keine Platten. Die Leute glauben, wir seien erfolgreich, aber das Einzige, was wir bisher geschafft haben, ist, unserer Plattenfirma Geld rauszuziehen", raunzt Richard Greentree. Die Geschichte der Band, für die er den Bass zupft, fasst er mit den Worten "Kritikerlob und finanzielles Desaster" trocken und treffend zusammen. Die Beta Band steht bei ihrem Label Regal Records mit umgerechnet rund 23 Millionen Schilling in der Kreide.

Nach dem Erscheinen ihrer ersten drei EPs (1997) war die Beta Band dank kühner Kreuzungen primitiver Tape-Loops, dissonanter Samples, skurriler Texte und psychedelischer Melodien zur britischen Antwort auf Beck hochgejubelt worden. Zwei kurze Jahre später zerschmetterte die Band selbst den


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