Das Schicksal der Dinge

Design. In den Sechzigerjahren entwickelte die italienische Architektengruppe Superstudio radikale Designideen. Der "Falter" besuchte mit Superstudio-Mitbegründer Cristiano Toraldo di Francia die Ausstellung "Global Tools" im Künstlerhaus und sprach mit ihm über das im Lauf der Jahrzehnte gewandelte Berufsbild des Designers.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Der Architekt Cristiano Toraldo di Francia ist ein Italiener mit einem angeblich typisch österreichischen Problem. Ihm und seinen Kollegen von Superstudio, einer 1964 gegründeten Gruppe der radikalen Architektur, ging es wie der hiesigen Baukunst-Avantgarde, die in der Heimat erst nach internationaler Anerkennung und mit zwanzigjähriger Verspätung zu Aufträgen kam. "Viele Protagonisten der aktuellen europäischen Architekturavantgarde, von Zaha Hadid bis Rem Koolhaas, haben in den radikalen Bewegungen der Sechzigerjahre ihre Ursprünge erkannt. In Italien dagegen war man unseren Projekten gegenüber verschlossen." In der neuen, im April eröffneten permanenten Sammlung des Pariser Centre Pompidou sind Superstudio zwei Räume gewidmet. "In Italien passiert gar nichts." Bezeichnenderweise unterrichtet Toraldo di Francia heute an der Universität der kleinen italienischen Provinzhauptstadt Ascoli Piceno - und an der California State University.

Beim Gespräch mit dem Falter sitzt Toraldo


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