Kunst kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Mit einer etwas anderen Art von Souvenirs aus Kärnten versorgt das Klagenfurter Universitätskulturzentrum (UNIKUM) nun auch die Wiener. Am Endziel seiner Österreich-Tournee angekommen, parkt vor der IG Bildende Kunst auf der Gumpendorfer Straße ein süßer englischer Doppeldecker: ein Geschäftslokal auf Rädern. Im Herbst 1999 gründete das UNIKUM als Reaktion auf Haiders Ergreifung des Kulturressorts in der Klagenfurter Innenstadt die "1. Kärntner Kurzschlusshandlung", für die über 40 Künstler Editionen entwarfen. Die Palette an "Gerätschaften für den täglichen Kulturkampf" reicht von brachialem Kriegsspielzeug wie Steinschleudern (Gisela Katzengruber), Bomben (Helmut Stockhammer, G.R.A.M.) oder Zündstoffkanistern (Andreas Kristof) über raffiniertere Gemeinheiten wie Drohpostkarten mit der Aufschrift "Sie werden angezeigt" (Ulrich Plieschnig) oder dem "Kärnten-Schlüssel zum Zusperren und Wegschmeißen" (Uta Hildebrand-Puxkandl) bis zu spirituellen Behelfen wie der "Patriotischen Gebetsmühle" (Bernd Liepold-Mosser / UNIKUM). Besonders gelungen und perfid auch das vom UNIKUM produzierte T-Shirt "I am from Austria", das eine Österreichkarte ohne Kärnten zeigt. Bei Preisen von 39 bis 4.800 Schilling ist für jeden was dabei, Widerstands-Shopping ist noch bis 4.8. möglich.

Das Palmenhaus und Jacobs vergeben heuer zum zweiten Mal den "Vienna Video Award" an Arbeiten aus den Bereichen Film, Video, Animation und Trickfilm, die nicht älter als ein Jahr und nicht länger als drei Minuten sein dürfen. Der Wettbewerb erfolgt anonym, es gibt keine thematischen Vorgaben. Einsendeschluss ist der 8.10., genaue Infos unter www.viennavideoaward.net.


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