Nüchtern betrachtet: Herr Reding versaut mein Wochenend'

Kultur | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Wien, 15. Juli 2001, 17 Uhr: 36 Grad Celsius. Das ist meteorologischer Extremismus! Quasi erste Republik. Am Abend besucht mich Royal-Albert-Hall in meiner verdunkelten Wohnung im 4. Stock. Gemeinsam sehen wir den Wänden, von denen sich die Tapeten schälen, beim Schwitzen zu. Im Kühlschrank kocht das Bier. Wir trinken ein paar Flaschen mit Strohhalmen, weil das ständige Öffnen der völlig ausgetrocknetenLippen zu anstrengend ist. Ein Gespräch ist unmöglich. Weil die Kugelschreiber alle ausgelaufen sind, schreiben wir mit Graphitstiften auf einer alten Asbestverkleidung, denn die Papierservietten haben sich durch die beim Schreiben entstehende Reibungshitze selbst entzündet. Schuld am ganzen Schlamassel ist Carsten Fastner. Solange sich die Quecksilbersäule unter der 30-Grad-Marke befindet, mault der Musikmann. Das Wiener Wetter sei eine Katastrophe, in ganz Europa verstünde man mehr vom Wetter als in Wien, insbesondere in Italien und Frankreich, aber auch in Heidelberg habe er


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