Nur kein Disneyland/Architektur-Doyen Roland Rainer: "Das Verquicken von Alt und Neu ist schrecklich"

Stadtleben | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Falter: Herr Professor, warum haben Sie sich eine Studie für Schönbrunn angetan, obwohl die Stadt Wien einen eigenen Wettbewerb dafür ausgeschrieben hat?

Roland Rainer: Ich habe Mitte vorigen Jahres den Auftrag von der Schönbrunner Schloss-Gesellschaft bekommen, am 2. Februar habe ich das Projekt der Direktion und der Stadtplanung vorgeführt. Darum hat es mich auch so gewundert, dass man nachher (am 5. April, Anm.) ohne irgendeinen Bezug auf meine Arbeit einen Wettbewerb ausgeschrieben hat.

Bei der Stadtplanung war man mit Ihren Vorschlägen offenbar nicht ganz zufrieden.

Dort vertritt man die Sichtweise, der Magistrat hat das Monopol auf jeden Planungsgedanken. Außenstehende haben da nichts mitzureden.

War das auch der Grund, weshalb Sie 1963 Ihre Tätigkeit als offizieller Stadtplaner Wiens zurückgelegt haben?

Die Bürokratie hat mich damals gestört. Die Bürokratie, die nicht bereit war, vieles in Angriff zu nehmen. Je länger ich dabei war, umso größer wurde der Widerstand der


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