Phettbergs Predigtdienst: Umhängetaschen

... Abraham (schon sehr betagt und kinderlos) saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder ... Er wartete ihnen unter dem Baum auf ... [und] sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? ... Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Gen 18,1-10a (1. Lesung am 16. Sonntag im Jahreskreis eines Lesejahres C)

Stadtleben | aus FALTER 29/01 vom 18.07.2001

Und bei mir ist es so arg, dass Umhängetaschen respektive Rucksäcke*, die um Leute hängen, mich zu einer inneren Diskussion mit mir zwingen. Der schiere Mensch benützt sich selber als Träger, so souverän über sich steht er. Und hält sich die Hände frei. Die Beladenheit des Alltags verweist das Sexuelle weit aus dem Blickfeld des täglichen Ungenügens. Es ist ein grandioses Match am Laufen zwischen der Menschheit und mir. Es geht allen schlecht bis zum Exzess, aber sie verrecken eher, als sie diesen Quell und Born und Bodenschatz verrieten. Und wieso aber ich? Wieso kann ich nicht lügen, wenn sie mich fragen, wie gehts?

Was ist das Geheimnis der Leute auf der Gumpendorfer Straße, dass sie alle lauern, bis ich vorübergehe und mich überfallen: "Wie geht es, Herr Phettberg?" Ihr Augen funkeln, es quietscht ihr ganzes Befinden, da sie wissen, ich würde verlieren und antworten: "Schlecht." Ich bin keiner von ihnen, ich bin ein Verräter, sagt ihr Instinkt. Auf Erden gewesen, nichts


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