Im Zweifel schuldig

Justiz. Verdeckte Fahnder des Innenministeriums sollen eine unbescholteneFrau zum Drogenhandel angestiftet haben. Die Justiz schaut weg und verurteilt die Frau. Die Rechte solcher anonymen Spitzel werden nun ausgebaut. Experten schlagen Alarm.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Siekommt aus gutem Hause, studierte Musik am Konservatorium, unterrichtete Kinder am Klavier. 35 Jahre lang war Maria L. (Name geändert), Mutter von drei Kindern, unbescholten. Behelligt wurde sie von der Polizei nur ein einziges Mal, vor Jahren, weil sie gegen die Einbahn fuhr.

Doch dann, so behauptet die Justiz, sei die Frau plötzlich "ins Drogenmilieu abgerutscht". Die Polizei wird die Musiklehrerin in den nächsten Wochen verhaften, ins Gefängnis überstellen und ein Urteil des Straflandesgerichtes vollstrecken. Maria L. war an "Suchtgiftgeschäften in ganz beträchtlichem Ausmaß beteiligt". Im Namen der Republik. Aber auch in deren Auftrag.

Maria L. behauptete stets, von Polizisten zum Drogenhandel angestiftet worden zu sein. In bewusster Kenntnis einer körperlichen und psychischen Notsituation sei sie dazu missbraucht worden. Denn vor zwei Jahren geriet Frau L. in Not. Sie wurde von ihrem Lebensgefährten verprügelt, der drogensüchtig geworden war. Das Gericht wird später feststellen,


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