Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Es ist finster und trist. Zumindest, was den Fernsehsommer betrifft. Da jagt eine peinliche Eigenproduktion die andere - ich sage nur: Plauder-Tante Barbara Karlich präsentiert "menschliche" Momente in dem Möchtegern-Magazin "Wie das Leben so spielt". Und Armin Assinger darf wieder lustige Katastrophenberichte mit seinem gefürchteten Kärntner Schmäh kommentieren, "Extrem" nennt sich das nicht zu Unrecht. Bei so viel Jenseitigem freute man sich zum Wochenausklang schon auf heimische Qualitätsware, also wenn zum Beispiel Felix Mitterer einen "Tatort" schreibt, der in den Tiroler Bergen spielt. Okay, es war zwar auch Harald "Bergdoktor" Krassnitzer dabei, aber dafür gab die wunderbar spröde Sophie Rois eine coole Kriminalbeamtin, die pubertierende Buben verprügeln durfte. Doch auch sie konnte die humorfreie Handlung nicht retten: Obwohl ein katholischer Priester plus Sperma auf der geistlichen Matratze plus toter Pfarrershaushälterin plus Tiroler Bergdorf ja an sich eine adrette Mischung wäre - wenn sich Mitterer nur an den bösen Schmäh seiner legendären "Piefkesaga" erinnert hätte. So war alles nur sehr tirolerisch und sehr katholisch.


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