Signatur des Wahnsinns

Literatur. In seinem neuen Roman "Die Vertreibung aus der Hölle" erzählt Robert Menasse vom Leben zweier assimilierter Juden im 17. und im 20. Jahrhundert. Mit dem "Falter" sprach er über seine Recherche in den Archiven der Inquisition, über die Ästhetik des Romans, über das Verhältnis der schwarz-blauen Regierung zum Weltgeist und über die "Burger-Debatte".

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Nachdem sich Robert Menasse, 47, in den letzten Jahren vor allem als Essayist ("Dummheit ist machbar", "Erklär mir Österreich") betätigt und sich zum politischen Tagesgeschehen zu Wort gemeldet hat, legt er mit "Die Vertreibung aus der Hölle" nun sein erstes literarisches Werk seit dem Roman "Schubumkehr" (1995) vor. Über vier Jahre hat Menasse an seinem bisherigen Opus magnum gearbeitet, in dem er die über drei Jahrhunderte auseinander liegenden Lebensgeschichten des historisch verbürgten und 1604 in Lissabon geborenen Samuel Manasseh und des 1955 in Wien zur Welt gekommenen Viktor Abravanel engführt, um Korrespondenzen aufzuzeigen, die einen der zentralen Sätze des Romans untermauern: "Es gibt keinen Anfang. Jede Geschichte beginnt schon mit dem Satz ,Was bisher geschah' und ist eine Fortschreibung, auch wenn ihr Titel lautet: ,Dies soll nie wieder geschehen dürfen!'"

Falter: Dem "profil" habe ich entnommen, dass Sie "der Boris Becker der österreichischen Intellektuellen" sind.


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