Dream Lovers & Autowäsche

Film. Meerjungfern am Strand, tagträumende Matrosen und autopolierende Knackärsche: Die Schau "Am Tag als der Regen kam" beweist, dass Melodram und Experimentalfilm einander keineswegs ausschließen.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Bedrohlich zucken Blitze über die Leinwand. Ein blutendes Herz schlägt im fahlen Schein eines Fernsehschirms. Ein dumpfer Streicherakkord, und Tippi Hedren schlägt die Augen auf. Abblende. Ein erschöpfter, schweißfeuchter Männerkörper wiegt sich im flackernden Blau der Mehrfachkopierung. Die von Sixpack Film in Zusammenarbeit mit dem Volxkino zusammengestellte Schau "Am Tag als der Regen kam" versammelt, in zwei konzentrierten Kurzfilmprogrammen, Momente höchster körperlicher Intensität und audiovisuellen Exzesses, in denen der internationale Avantgarde- und Experimentalfilm die Auseinandersetzung mit dem Melodramatischen sucht.

Die Zugänge erschöpfen sich nicht in bloßer Destruktion oder Parodie des vermeintlich reaktionären, eskapistischen "Heulsusen-Genres". Eine solche Stigmatisierung täte beiden Unrecht, dem Avantgardefilm wie auch dem filmischen Melodrama als komplexem erzählerischem und ästhetischem System.

Das Melodramatische formiert sich weniger auf sprachlicher


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