Das System Antel

Film. Die Franz-Antel-Ausstellung "Alles Lei(n)wand" im Historischen Museum ist genauso schlampig, oberflächlich und entbehrlich wie das Werk, dem sie sich widmet.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Zu Franz Antel fällt mir nichts ein. Wenigstens nichts, das über Franz Antel nicht schon gesagt oder geschrieben worden wäre, und das ist wahrlich mehr als genug. Keiner seiner Filme lohnt einen zweiten Blick; für sein Hauptwerk, Szegediner Gulasch, fühle ich mich nicht zuständig. Wie Robert Schindel 1996 anlässlich des Finanzierungsskandals um "Bockerer 2" bemerkt hat: "Ich will einem alten Mann wie Antel nicht ans Bein pinkeln. Darum geht es hier auch gar nicht. Es geht um die Einstellung jener Politiker, in deren Vorzimmern Antel offenkundig am meisten von allen gesessen hat. (...) Dass man ihn diesen Film machen ließ, das geschah nicht aus Courtoisie vor einem alten Mann, sondern entspricht ganz der Seele dieser kulturell barbarischen Politiker, die keine Ahnung vom Film, nicht einmal vom Kommerz haben, sondern einfach finden: Der Antel, das ist einer von uns."

Nur so lässt sich auch das Zustandekommen von "Alles Lei(n)wand. Franz Antel und der österreichische Film" erklären.


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