Sex & Drugs & Matador

Salzburger Festspiele. Theater muss wie Stierkampf sein: Der Spanier Calixto Bieito, der sich den Ruf eines Skandalregisseurs eingehandelt hat, inszeniert Shakespeares "Macbeth".

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Die mit versifften Polstermöbeln, einer Fototapete und vielen leeren Flaschen provisorisch gestaltete Probendekoration stellt das Wohnzimmer der Familie Macbeth dar. Die Frau des Hauses (Anne Tismer) ist gerade dabei, ihren Gatten (Andreas Grothgar) zu einem Mord anzustiften, als plötzlich ein Dritter auf die Bühne springt und begeistert in die Hände klatscht: Calixto Bieito, der für die Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel gerade Shakespeares Schotten-Schocker "Macbeth" inszeniert, hat soeben eine erotische Situation entdeckt. Und wenn Senor Bieito etwas sexy findet, hält es ihn nicht länger auf seinem Sessel.

Mit einigen drastischen Sexszenen in seiner Londoner Inszenierung von Mozarts "Don Giovanni" hat der 38-jährige Spanier erst vor wenigen Wochen seinen Ruf als Skandalregisseur bestätigt, den er sich in den letzten Jahren - vor allem in der prüden Opernwelt - erarbeitet hatte. "Ich mag Sex auf der Bühne", gesteht Bieito. Die Aufregung darüber kann er dennoch


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