Nüchtern betrachtet: Speisewagennachhilfe für Stimeder

Kultur | aus FALTER 30/01 vom 25.07.2001

Es ist zwar ein bisschen peinlich, aber wenn die eigenen Verdienste von der Außenwelt hartnäckig ignoriert werden, muss man eben selber darauf aufmerksam machen. Und es ist nun einmal so, dass in der europäischen Literatur seit Graham Greene, Agatha Christie oder Wenedikt Jerofejew eine überaus bedauernswerte Geringschätzung des Schauplatzes Eisenbahn um sich greift, wohingegen ich hier alles tue, um diese formidable Art der Fortbewegung der Vergessenheit zu entreißen. Ganze Kolumnen spielen bei mir ausschließlich im Speisewagen, aber Frau Mayröcker kriegt den Büchner-Preis. Und komme mir jetzt niemand mit der europäischen Bedeutung! Bin ich vielleicht ein österreichischer Provinzautor?!! Büchnerpreisträgerinnen dürfen sich darauf beschränken, zwischen Bruck an der Mur und Wien-Hietzing herumzugondeln, ich aber sitze nicht bloß in popeligen Trainristo-Garnituren nach St. Pölten. Nein, wenn ich nach St. Pölten fahre, reise ich schon auch mal in einem Speisewagen der Deutschen


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