VOR 20 JAHRENIM FALTER

Vorwort | aus FALTER 31/01 vom 01.08.2001

... machte sich "at" Gedanken über das sommerliche Wien, und der Falter verabschiedete sich in die Ferien: Das waren Zeiten!

Das Klima in der Innenstadt ist im Moment, so will es scheinen, oberflächlich entspannt; das Verhalten der Polizei mag inspiriert sein von Heinzens Ideal der City als einer Stätte der Begegnung. Nämlich der zwischen Käufer und Verkäufer und keiner anderen; der Tourist, welcher sich hier nur indirekt einordnen lässt, weil er oft mehr schaut als kauft und nur beim Übernachten und beim Essen ausgenommen werden kann, wird schon etwas scheel angesehen, vor allem, wenn er jung ist und sich niedersetzen will. Zur Illustration: Zwei Mädchen setzen sich auf den Boden, um den Stephansplatz anzusehen - Bänke gibt es dort kaum -, verhalten sich ruhig, belästigen niemand, ein etwa in Italien vollkommen normaler Vorgang. Nicht hier. Sofort pflügt aus einer Seitengasse ein Funkstreifenwagen durch die Menge, von der anderen Seite nähern sich zwei Polizisten mit Walkie-Talkie, nur um die beiden Mädchen im rüdesten Ton aufzufordern, aufzustehen und weiterzugehen. Die dabei entstehende Belästigung der Bevölkerung, Erregung öffentlichen Ärgernisses und Störung der Ordnung ist beträchtlich und geht zur Gänze aufs Konto der Polizei. "Welcome to Vienna, the City of Music", heißt es auf einem Flugblatt, das Straßenmusikanten in die Hand gedrückt wird. Erkennen Sie die Melodie?

Einmal nur erscheint der FALTER im August, und das erst gegen Ende. Wir vertrösten und wünschen angenehmen Urlaub, wohin wir gern - so Sie Abonnent - das Blattwunder nachschicken, wie bekannt.

Die Redaktion


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige