WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 31/01 vom 01.08.2001

WAS WAR: Exkanzler Klaus gestorben

Donnerstag letzter Woche verstarb der ehemalige Bundeskanzler Josef Klaus kurz vor seinem 91. Geburtstag. Er war von 1964 bis 1970 Regierungschef und der letzte von der ÖVP gestellte Kanzler vor der 30-jährigen Dominanz der SPÖ, die dann bis Februar 2000 dauerte. In die Ära Klaus fielen Steuerreformen, das Südtirol-Paket und Österreichs Zusammenarbeit mit der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG. Klaus reformierte den Rundfunk, was ihm postwendend zum Verhängnis wurde: Er kam mit den ein Stück weit in die politische Unabhängigkeit entlassenen ORF-Redakteuren nicht mehr zurecht und verlor 1970 gegen den Medienstar Bruno Kreisky. Im Wahlkampf hatte Klaus sich als "echter Österreicher" plakatieren lassen, was ihm als Antisemitismus gegenüber dem Juden Kreisky ausgelegt wurde.

WAS KOMMT: Entschädigung für Zwangsarbeit

Seit Montag werden die ersten Entschädigungszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter ausbezahlt, nachdem vergangene Woche ein US-Gericht die letzten beiden Sammelklagen gegen Österreich abgewiesen hatte. Ehemalige Betroffene aus Österreich werden schon in den nächsten Tagen Geld auf ihr Konto bekommen. Etwas länger werden Opfer aus Osteuropa warten müssen, da die Gelder über Partnerorganisationen ausbezahlt werden. Ehemalige Sklavenarbeiter erhalten eine (einmalige) Summe von 105.000 Schilling, Industriearbeiter werden mit 35.000 Schilling entschädigt, Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft mit 20.000 Schilling. Die größte Opfergruppe sind rund 41.000 Ukrainer.

WAS FEHLT: Israelischer Botschafter in Wien

Israel hat mit Avraham Toledo einen neuen Geschäftsträger in die Botschaft in Österreich entsandt. Wegen des Regierungsantritts schraubte Tel Aviv die diplomatischen Beziehungen zu Wien herunter und beorderte Botschafter Nathan Meron zurück. Auch Toledo wird keine Freiheitlichen treffen.


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