FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 31/01 vom 01.08.2001

Die österreichische Seele lechzt ja geradezu nach bestimmten Fernsehformaten: Sendungen, die Spiel, Spaß und Spannung bieten, anspruchslos sind und dem gepflegten Patriotismus huldigen. Deswegen ist "Willkommen Österreich", gerne Wö genannt, eines der ORF-Erfolgsformate. Auch "Sport am Sonntag" hat einen hohen Wö-Faktor. Besonders dann, wenn österreichische Erfolge zu feiern sind, herrscht hier gut gelaunter Chauvinismus vor. So durften sich die jungen Schwimmer Maxim Podoprigora (Silbermedaille), Markus Rogan (Silbermedaille) und Mirna Jukic (kam bis ins A-Finale) für ihre zugegebenermaßen tolle Leistung bei der Schwimm-WM in Japan von Moderator Rainer Pariasek abfeiern und als österreichisches Schwimmwunder bestaunen lassen, tiefschürfende Fragen wurden gestellt: "Über was habt ihr im Zimmer nachher getratscht?" "Sie sind ja schon einmal mit Hillary Clinton ausgegangen?" Blöd nur, dass die echt österreichischen Schwimm-Stars eigentlich aus der Ukraine und Kroatien stammen oder in den USA leben. Aber im Sport ist es eben einfacher, schnell ein anerkannter Einheimischer zu werden. Wenn man gewinnt.


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