OHREN AUF! DvorÇák ohne Worte

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 31/01 vom 01.08.2001

Es schadet sicher nicht, ab und zu daran zu erinnern, dass Antonín DvorÇák nicht nur ein überragender Sinfoniker, sondern auch ein ganz exzellenter Kammermusiker war. So wirklich notwendig ist es heutzutage aber nicht mehr; selbst in Österreich, wo tschechische Komponisten lange Zeit ignoriert wurden, stehen gerade "kleinere" Werke des großen Böhmen regelmäßig auf dem Programm (im Unterschied zu seinen Opern).

Die mahnenden Worte im Booklet zu seiner CD mit DvorÇák-Streichquartetten hätte sich das Melos Quartett also bedenkenlos schenken können (Harmonia Mundi France / Helikon). Die CD selber - mit dem letzten Quartett op. 105 und dem fälschlicherweise als op. 106 gezählten vorletzten - freilich nicht. Denn hier gelang so etwas wie eine neutrale Interpretation, die vor allem der Tatsache Rechnung trägt, dass DvorÇák mit diesen beiden Stücken zum letzten Mal "absolute" Musik ohne jeden programmatischen Inhalt schrieb. An dieses altehrwürdige, seinerzeit von Wagner, Liszt

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