Das Ganze, das Oper heißt

Kultur | JÜRG STENZL | aus FALTER 31/01 vom 01.08.2001

SALZBURG: OPER Widersprüchlicher hätte das Musiktheater-Programm der Salzburger Festspiele nicht beginnen können: Zuerst JanácÇeks "Jenufa" als prunkende Luxuslimousine, dann die Auferstehung von Mozarts "Le Nozze di Figaro".

 Konservative Opernfreunde haben es nie wahrhaben wollen: Opernpartituren sind nur Fragmente eines Ganzen. Zum Ganzen gehört unabdingbar die Szene, das Spiel. Oper von der CD, das bloße Singen und Spielen des Komponierten, ist noch keine Oper. Die Bühnenrealisierung aber ist stets gegenwärtig, sogar dann, wenn jemand versucht, eine alte Gegenwart wie jene der Mozartzeit zu restaurieren. Das aber, was sich auf der Bühne abspielt, sollte deutlich machen, wieso ein altes Stück wie "Figaros Hochzeit" für die Theatermacher und für das Publikum aktuell geblieben ist, auch uns betrifft.

  Mozarts dicke Partitur bildet die Grundlage. Man muss verstehen, ihre enorme Vielschichtigkeit genau auszuhören. Eine große Handlungsoper, bei der sich in jedem zweiten


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