KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 31/01 vom 01.08.2001

Die mittlerweile zweite Ausstellung feministisch orientierter Kunst in der von der Secession veranstalteten Reihe "Das Experiment" beweist, dass das Thema Gender doch nicht so out sein kann, wie mitunter behauptet wird. Der Kuratorin Hemma Schmutz gelingt schon mit dem Titel "I will always" (bis 26.8.) ein subtil-ironischer Hinweis auf die Verwobenheit von persönlichen Wünschen mit gesellschaftlich normierten Handlungen. Klarheit und Vielschichtigkeit offenbaren auch die von ihr gewählten Arbeiten: So liegen auf einem Tisch zwei äußerlich identische Ausgaben der von José Pierre herausgegebenen Gespräche der Surrealisten über Sexualität. Doch das schlichte Cover der Beck'schen Reihe täuscht, denn zum originalen Taschenbuch gesellt sich ein Fake mit anderem Inhalt. Vor einigen Jahren "wiederholte" Meike Schmidt-Gleim die Diskussionen von 1928 zusammen mit Kolleginnen, indem sie sich dieselben Fragen stellten, etwa "Wodurch wissen Sie, dass eine Frau einen Orgasmus hatte?" Einerseits


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