Ende des Blackouts?

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

AUSLAND Die Welt schaut weg. Nun aber interessiert man sich in Russland für den Krieg in Tschetschenien.  RAIMUND LÖW

Boris Kagarlitzky, der Veteran der Antikriegsbewegung in Russland, ist sich sicher: die Stimmung hat sich gewendet. Die Mehrheit der russischen Bevölkerung sei noch deutlicher als zu Ende des ersten Tschetschenienkrieges, 1996, gegen Besatzungsregime und Krieg im Kaukasus. Nicht mehr der Triumph gegen die versprengte Rebellenarmee des aus dem Untergrund agierenden tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow sei der Wunsch der Menschen, sondern schlicht die Heimkehr der Soldaten von der Front. Die Propaganda des Regimes, seit der Entmachtung des regierungskritischen Medienmagnaten Wladimir Gusinski und dem Führungswechsel bei NTV so allgegenwärtig in den Medien, habe doch nicht gegriffen, freut sich Kagarlitzky in der Nowaja Gazeta.

  Es waren Tausende, die sich Anfang Juli wie in den Zeiten der niedergehenden Sowjetunion am Moskauer Puschkin-Platz versammelten,

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