Kommentar

kULTUR | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

Theaterstadt Wien: Sommerpause!

Neulich rief meine Berliner Freundin mal wieder bei mir an, was mich einerseits sehr gefreut, andererseits aber auch etwas enttäuscht hat. Statt ihre Abende, wie ich eigentlich erwartet hätte, sehnsüchtig schmachtend zu Hause zu verbringen, war die Gute - wie sie aufgekratzt berichtete - praktisch täglich im Theater. Sie sah Peter Brooks "Hamlet" (der ihr befremdlicherweise auch noch gefallen hat!), eine Kleist-Collage mit Puppen (hörte sich witzig an) und noch ein paar andere Sachen. Und das mitten im Sommer!

Unsereins sitzt im heißen Wien und auch sonst auf dem Trockenen. Das Tanzfestival "Im Puls" in allen Ehren, aber ich habe den Verdacht, dass es auch deshalb so erfolgreich ist, weil die Theaterfreaks der Stadt einfach ausgehungert sind nach Bühnenkunst. Dass die großen Theater Ferien haben, ist auch in anderen Städten so und nicht das Problem. Die Frage ist, warum in einer Metropole wie Wien im Sommer - abgesehen vom Tanz - ausschließlich Schonkost


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