BIOGRAFIE

Kultur | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

Robert Crumb

Robert Crumb, geboren 1943 in Philadelphia. Sohn eines Marines, der die Kinder der Familie terrorisiert. Katholischer Hintergrund. Ausbruch und Flucht ins Zeichnen, erst für eine Postkartenfabrik, dann für Untergrundzeitschriften. Mitte der 60er nahm er erstmals LSD, dann "zeichnete es aus ihm heraus". 1967 gründete er "Zap-Comix" in San Francisco. Er erfand Fritz the Cat, Mr. Natural, Blakey Foont, die "Keep on trucking"-Figuren, Schuman the Human und viele andere unsterbliche Charaktere.

  Weil er Janis Joplin kannte, zeichnete er das legendäre Cover für "Cheap thrills". Als die Stones eines von ihm wollten, weigerte er sich - er mochte ihre Musik nicht. Zum großen Geschäft sagte er immer wieder Nein, wenngleich er der Selbstvermarktung auf überschaubarem Level nicht abgeneigt ist. In seinen Comics durchbrach er alle Arten sittlicher und sexueller Einschränkung; in dem Dokumentarfilm "Crumb" (1995, Regie: Terry Zwigoff) bekannte er sich öffentlich zu seinen Obsessionen: großen Frauen den Körper verdrehen, siebenmal am Tag onanieren, trotz Ehe wechselnde Sexualpartnerinnen usw. Zuvor war er nach Südfrankreich ausgewandert, wo er mit Frau und Tochter lebt. Seine Verachtung für Popmusik bringt er auch dadurch zum Ausdruck, dass er 78er-Schellacks sammelt und Banjo in einer Musette-Band namens Les primitifs du futur spielt. Seine Werke werden immer wieder nachgedruckt und sind großteils im Internet (unter den angegebenen Adressen) bestellbar.

Crumb im Internet:


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