Süchtig nach Ich

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

EINAR SCHLEEF (1944-2001) Der ostdeutsche Schriftsteller, Regisseur und Künstler, der dem Burgtheater mit seiner Inszenierung von Elfriede Jelineks "Sportstück" eines der größten Ereignisse in dessen Geschichte bescherte, ist der erste Drogentote, der keine Drogen nahm.  WOLFGANG KRALICEK

Einar Schleef war nicht der geborene Tänzer, aber er hatte ein Faible für Diskotheken. Als er in Düsseldorf "Salome" inszenierte, sollte die Generalprobe unbedingt in einer Disco stattfinden; und als er für die Zeit seinen Heimatort Sangerhausen in der ehemaligen DDR bereiste, ließ er sich einen Besuch im hiesigen Dorftanztempel nicht entgehen. "Über dem Gebet steht das Tanzen", erklärte Schleef. "Beim Tanzen ist man dem Tod am nächsten."

  Der Schriftsteller, Regisseur, Maler, Bühnenbildner und Schauspieler Einar Schleef ist tot. In den vergangenen Monaten stand sein Name ausschließlich in Zusammenhang mit Absagen in den Zeitungen. Seine für Mai bei den Wiener Festwochen angekündigte


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