Faith No More

Kultur | STEFAN ENDER | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

LITERATUR Nie wurde spannender und virtuoser beschrieben, dass eh alles keinen Sinn macht, als in Norbert Niemanns zweitem Roman "Schule der Gewalt".  STEFAN ENDER

Uff, denkt man sich am Ende der Lektüre - musste das sein? Schon wieder ein derart düsteres, hoffnungsleeres No-way-out-Finale? "Keine Fragen, keine Aufgabe mehr", nur mehr tote Emotionswüsten, Gleichgültigkeit, Apathie. Ein tragischer Held, zerrieben auf der großen, hehren Suche nach nichts weniger als Wahrheit und Erkenntnis. Was ist Wirklichkeit? Kann man überhaupt: verstehen? "Nein!", antwortet der Autor mit emphatischer Geste. Der mit letzter Konsequenz betriebene Erkenntnistrip führt zur Selbstauslöschung des manisch Beobachtenden: Hinter tausend Bildern keine Welt und bald auch kein Held mehr.

  Niemann, klar, kann schreiben. Der Sprachfluss sanft, musikalisch, verführerisch fast, die Sprache selbst reich und doch unprätentiös, direkt. Niemann kann erzählen. In den Abschnitten eins, drei und fünf gehts


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