Das Wesen der Erinnerung

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

DOKUMENTARFILM Egon Humers Porträt des aus Wien emigrierten Filmtheoretikers Amos Vogel ist ein Film über eine Vertreibung, ein Film über eine Ehe, ein Film über eine Geschichte des Kinos - und mehr. MICHAEL OMASTA

Wie könnte der Film beginnen? Mit ein paar Schwarzkadern, beispielsweise, und der Stimme des Erzählers aus dem Off: "My name is Amos Vogel. I am 80 years old. I was born in Vienna ..." Obwohl der Film genau so beginnt, wie der Erzähler vorschlägt, handelt es sich dabei um mehr als eine bloß rhetorische Frage; sie legt die Arbeitsweise offen. "Amos Vogel - Ein Porträt" ist ein Film von Egon Humer, sein Erzähler ist der Porträtierte selbst.

  Aber der Reihe nach. Amos Vogel, am 18. April 1921 als Sohn assimilierter Juden in Wien geboren, zählt zu den bedeutendsten Streitern des "Films als subversiver Kunst". 1938 wurde Amos Vogelbaum, Schüler am Piaristengymnasium und Klassenbester in Deutsch, aus Wien vertrieben. Der Weg ins Exil führte die Familie über Kuba


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