Verhüllen unerwünscht

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 32/01 vom 08.08.2001

AUSLÄNDER Sein Turban ist schuld daran, dass Kulwant Nara nicht Busfahrer bei den Wiener Linien werden darf: Jobs mit Dienstuniform bleiben Menschen mit Kopftuch oder Turban hierzulande noch immer verschlossen. Notwendige Dienstkleidungsvorschriften oder einfach nur Diskriminierung? JULIA ORTNER

Dunkler Vollbart, freundliche Augen, ansteckendes Lachen: Kulwant Nara ist der Typ netter Onkel. Einer, von dem man sich gerne über seine Heimat Indien erzählen lassen würde. Herr Nara hat nur ein Problem: Er trägt einen Turban, weil es sein Glaube verlangt. Und dieser Turban macht dem Sikh, der 1986 nach Österreich gekommen ist, das Leben in Wien nicht gerade leichter. Besonders dann, wenn es um einen Arbeitsplatz geht. Da wird der freundliche Inder plötzlich zum Exoten.

  Wie vor ein paar Wochen, als Kulwant Nara nach Erdberg gefahren ist, um sich bei den Wiener Linien zu bewerben: als Busfahrer. Diesen Job hat der 40-Jährige gelernt, er hat Busse durch London chauffiert. Samt Turban.


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