Spitzenbilanz

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 33/01 vom 15.08.2001

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Unsere Regierung hält eine Bilanzkonferenz: Etikettenschwindel mit zahlreichen Lücken. Man muss sie einfach mögen. Machen im Sommer eine Pressekonferenz und nennen sie Bilanzkonferenz. Das ist Spitze. Aber auch ein bisserl peinlich. Gemeinhin geben börsennotierte Betriebe Bilanzpressekonferenzen. Für sie hat die Befindlichkeit ihrer Aktionäre eine gewisse Bedeutung. Ihr Kurs hängt ab von deren Stimmung. Es ist schon vorgekommen, dass nach einer Gewinnwarnung gleich das Führungspersonal gefeuert wurde. Eine Gewinnwarnung warnt nämlich nicht vor Gewinn, sondern vor dem Ausbleiben oder vermindertem Eintreffen desselben.

  Die Entschlossenheit, mit der die Regierungsspitze unserer Spitzenregierung ihre Erfolge aufzählte, hatte viel vom faulen Zauber einer Gewinnwarnung. Allerdings dienen in der Wirtschaft Bilanzpressekonferenzen der Verlautbarung von Zahlen, um Stimmungen zu ändern; bei unseren Spitzenpolitikern dient das Instrument der Bilanzpressekonferenz


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