Presseschau

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 33/01 vom 15.08.2001

Der bolivianische Ex-diktator Hugo Banzer ist als Präsident zurückgetreten. Die sonst ausgezeichnete Außenpolitik der Salzburger Nachrichten schrieb: "Wenn der Spagat zwischen Diktator und Demokrat überhaupt möglich ist, dann ist er niemandem besser gelungen als Hugo Banzer. (...) Er leistete einen beträchtlichen Beitrag zur Demokratisierung der (...) instabilsten Republik Lateinamerikas." Schon ein klasser "Haudegen", dieser Hugo. Die SN erwähnten zwar, dass er Tausende einsperren, foltern und ermorden ließ. Aber dann machte er eben einen "bemerkenswerten Wandel" durch: "Zwei Mal war Banzer mit der relativen Mehrheit aus Präsidentschaftswahlen hervorgegangen, verzichtete dann aber zugunsten von Rivalen auf die Amtsübernahme und erwies sich als kooperativer Oppositionschef - eine Geste, die es ihm erlaubte, sich in den Kreis demokratischer Politiker einzureihen." Dann folgten aber wieder ein Bauernaufstand, der Ausnahmezustand und Massenverhaftungen. Dem Autor kam sein Bericht offenbar selbst etwas zu freundlich vor und er fragte sich: "Ist der bekehrte Demokrat im Innersten eben doch ein Mann autoritärer Prinzipien geblieben?"


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