Leben nach dem Tod

KLAUS TASCHWER | Kultur | aus FALTER 33/01 vom 15.08.2001

WERNER PIRCHNER (1940-2001) Mit dem Tiroler Musiker und Komponisten hat Österreich seinen originellsten und witzigsten Grenzüberschreiter zwischen E und U verloren. 

Womöglich hören auch Sie seine Kompositionen mehrmals täglich. Und das seit Jahren. Die Frühaufsteher unter Ihnen hören die erste um sieben Uhr früh, im Stundentakt geht es dann bis Mitternacht munter weiter: 1994 hat Werner Pirchner über hundert verschiedene Signations für Österreich 1 komponiert und aus Variationen von Grundton, Quint und Oktav geniale akustische Einstimmungen auf die besten Radiosendungen des Landes geschaffen.

  Mit dem ORF hatte der 1940 in Hall in Tirol geborene Pirchner aber auch immer wieder sein Kreuz. Seine erste Platte, das legendäre "halbe doppelalbum" (1973), wurde zwar vom damaligen Ö3-Mitarbeiter André Heller mit 15.000 Schilling unterstützt und in der Sendung "Musicbox" ausführlich vorgestellt. Als das anarchistische Meisterwerk dann jedoch dem Rundfunkdirektor zu Ohren kam,

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