Er steht noch

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 33/01 vom 15.08.2001

KUNST. Das Kunsthistorische Museum zeigt im Palais Harrach eine Retrospektive des surrealistischen Malers Ernst Fuchs. Dass der Meister zeitgleich seine Memoiren veröffentlicht hat, trifft sich gut: Sein Leben ist interessanter als seine Werke. 

In der böhmischen Stadt Wlaschin wurde im Jahre 1905 der Maler Harry Jelinek geboren. 1919 traf der frühreife Vierzehnjährige in Paris den italienischen Künstler Amadeo Modigliani, studierte die Werke von Cézanne und Picasso und schrieb - nachdem er die "fünfte Dimension der Malerei" entdeckt hatte - Manifeste für zwei neue Ismen der Avantgarde: den Quintalismus und den Percibilismus. Laut Biografie verbrannten die deutschen Truppen seine Bilder bei der Besetzung des Sudetenlandes im Hof des elterlichen Anwesens. Bei Kriegsende wurde ein amerikanischer Offizier auf die Malkünste Jelineks aufmerksam; so begann eine erstaunliche Laufbahn, die den nach Italien ausgewanderten Harry in die besten Hotels der Riviera führte. Der überzeugte


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