Sex mit Frau Pudlich

Kultur | WENDELIN SCHMIDT-DENGLER | aus FALTER 33/01 vom 15.08.2001

LITERATUR. Auf über 500 Seiten geht Martin Walser der Liebe in Zeiten des Spätkapitalismus nach. Dabei müht er sich verzweifelt, seinen Figuren Authentizität zu verleihen. 

Schon in meiner Jugend wollte ich mehr über die erotische Innenseite der Düsseldorfer Hochfinanz wissen. Was man in der Jugend begehrt, hat man im Alter in Fülle, und eine Überfülle wird mir nun durch Martin Walsers Roman "Der Lebenslauf der Liebe" zuteil: Susi und Edmund Gern sind ein reiches Paar, er macht Verträge und ist weltweit gut im Geschäft. Ihre Ehe dient nur der sexuellen Nahversorgung, er begann mit dem Fremdgehen, sie folgte ihm. Sie ist immer leicht eifersüchtig, er tröstet sie damit, dass sie unvergleichlich sei. Ihre Vorliebe gilt dem Exotischen - Salim, Shankar, Lotfi heißen die Auserwählten in der Zeit von 1962 bis 1972. Er ist bei drei Damen unterschiedlichen Alters abonniert, die er offenkundig nach dem Prinzip der Alliteration ausgesucht hat: Pudlich, Prellmann und Proll.

  Neben


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