Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

WAS WAR

Kabarettisten gewinnen gegen FPÖ. Die FPÖ wollte einmal freiwillig komisch sein: Für einen Wahlspot vergangenen Frühling imitierten die blauen Werber die Stimmen der Stars der ORF-Sendung "MA 24/12". Die Kabarettisten Alfred Dorfer, Roland Düringer und Co. klagten, weil die FPÖ sich deren Ruf ungefragt für eine Belangsendung zu Nutze gemacht habe - und bekamen nun in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Wien Recht. Sollte das Urteil auch in letzter Instanz halten, wollen die Schauspieler allfällige Erlöse ans Wiener Integrationshaus spenden.

Ende des Gross-Prozesses. Der Psychiater Heinrich Gross dürfte aus dem Schneider sein: Nachdem der wegen seiner Rolle in der NS-Euthanasieklinik "Am Spiegelgrund" gegen ihn angestrengte Mordprozess schon im März des Vorjahres wegen Verhandlungsunfähigkeit abgebrochen worden war, attestierte ihm nun ein deutscher Sachverständiger, dass sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert habe. Die Wiener Grünen beleuchten indes die politische Verantwortlichkeit im den Fall Gross. Der Arzt bekam in den Sechzigerjahren ein eigenes Institut der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, die unter starkem SPÖ-Einfluss steht, errichtet. In einer Anfrage an SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl will die grüne Gemeinderätin Sigrid Pilz nun unter anderem wissen, wie viel Geld von der Stadt Wien an das Gross-Institut geflossen ist.

Arbeitsplätze. Anders als das Bayer-Medikament "Lipobay" sind Philips-Videorecorder nicht lebensgefährlich, dennoch droht vielen österreichischen Angestellten des niederländischen Elektronikkonzerns die Kündigung. Im Videowerk in Wien-Liesing werden 850 Jobs gestrichen, in der Leiterplattenproduktion und in der Faxfertigung müssen weitere 350 Mitarbeiter den Hut nehmen. Das selbe Schicksal erleiden 286 Werktätige des Libro-Konzerns. Die in den Ausgleich geschlitterte Medien-Handelskette schließt 19 Libro-Filialen und sieben Amadeus-Buchgeschäfte.


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