31 Panzer vor Moskau

Politik | LEW RUBINSTEIN | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

RUSSLAND. In jenen Augusttagen vor zehn Jahren wurde eine Utopie wahr. Zwei Schritte neben mir krachte dieses idiotische und brutale Imperium zusammen, die unerschütterlich widerwärtige Sowjetmacht war einfach futsch.  

Die Datschensiedlung, in der ich mit meiner Familie jenen Sommer verbrachte, hieß Schaworonki, Lerchenhain. An diesem Augusttag wachte ich - genötigt von einem kleinen menschlichen Bedürfnis - sehr früh auf und ging in den Hof. Auf der Veranda stand der Besitzer der Datscha, ein pensionierter Oberst der Panzertruppen. Er rieb sich die ergraute Veteranenbrust und lauschte konzentriert auf den merkwürdigen Lärm, der hinter dem Wald zu hören war. "Panzer", sagte er, wobei aus seinen Worten nicht so sehr Überraschung sprach als vielmehr die Sachkenntnis des Profis. "Sie fahren auf der Minsker Chaussee." Nach einer analytischen Pause fügte er hinzu: "Die Tamansker." Und dann voller Bestimmtheit: "Richtung Moskau." Als er sich ausgehört hatte, rapportierte er knapp:


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