Ende mit Schrecken

Kultur | JÜRG STENZL | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

SALZBURGER FESTSPIELE. Kontrastprogramm bis zum Schluss: Auf den Tiefstflug der "Fledermaus" durch Hans Neuenfels folgte Jossi Wielers Höhenflug zur "Ariadne auf Naxos".  

Die Salzburger Festspiele werden ihre Gründungsväter auch dann nicht wirklich los, wenn sie es gerne möchten. Wer an den "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal rührt, die sichere Geldquelle der Festspiele, erntet Volksaufruhr, und der "Rosenkavalier" ist ohnehin ein österreichisches Staatstabu. Im Vergleich dazu gilt "Ariadne auf Naxos", die 1916 in Wien uraufgeführte "Oper nebst einem Vorspiel", als das experimentellste Werk der Festspielahnen Hofmannsthal und Richard Strauss.

  Die absurde Idee des "reichsten Mannes von Wien", eine heroische Ariadne-Oper gleichzeitig mit der Tanzmaskerade von der ungetreuen Zerbinetta zu spielen, führt zu einer permanenten Durchdringung der konträren Spielebenen, lässt die Traurigkeit der Komödianten und die grotesken Züge der ernsten Personen durchscheinen, Brecht avant

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