SALZBURG-BÜCHER: 10 Jahre Mortier, 81 Jahre Jedermann

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

Am Anfang war Jedermann: Als Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt im August 1920 erstmals Salzburger Festspiele veranstalteten, war das "Spiel vom Sterben des reichen Mannes" auf dem Domplatz die einzige Veranstaltung. Seit damals steht das Knittelversdrama - abgesehen von einer nazibedingten Unterbrechung 1938 bis 1945 - jeden Sommer auf dem Spielplan. Das viel belächelte Unikum "Jedermann" ist ein Phänomen, das in der Theatergeschichte seinesgleichen sucht; der brillante Schweizer Journalist Andres Müry, der seit einigen Jahren in Salzburg lebt, hat nun den verdienstvollen Versuch unternommen, den Mythos einer nüchternen Analyse zu unterziehen. Unter dem hintersinnigen Titel "Jedermann darf nicht sterben" beschreibt er pointiert, aber ohne Polemik die höchst widersprüchliche Geschichte eines Theater-"Zombies", der zum ewigen Leben verdammt ist; im Anhang finden sich ein Bildteil mit allen Jedermann-Darstellern aus 80 Jahren und ein Gespräch, das Peter Stein und Gert Voss 1995


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